| Forschung
Neben der Entwcklunshilfe vor Ort in Madagaskar
wird auch aktiv an aktuellen Fragestellungen geforscht.
Das Hauptprojekt, das auch durch den österreichischen
Forschungsfonds (FWF) seit
Jänner 2004 unterstützt wird, beschäftigt sich
mit phylogenetischen und biogeographischen Untersuchungen
der Gattung Bulbophyllum (Orchidaceae) auf Madagaskar und
den Maskarenen, unter Berücksichtigung historischer und
aktueller Verbreitungsdaten.
Pflanzengruppen die eine schnelle und intensive Artbildung
in Madagaskar durchgemacht haben, wie die pantropische Gattung
Bulbophyllum (Orchidaceae) mit ca. 200 für Madagaskar
beschriebene Arten, von denen ca. 98% endemisch sind, eignen
sich besonders für die Evolutionsstudien dieses Projektes.
Die Flora und Fauna Madagaskars und der Maskarenen ist mittlerweile
durch menschlichen Einfluss stark geschädigt, sodass
eine dringende Notwendigkeit besteht, die noch verbliebenen
primären und sekundären Wälder zu dokumentieren.
Die Flora Madagaskars stellt eine ideale Basis zur Untersuchung
von Evolutionsmuster dar.
Mit der Anwendung von drei verschiedenen Methoden soll geklärt
werden, in wie weit die Artbildung mit klimatischen, geologischen
und ökologischen Ereignissen korreliert werden kann.
Als erster Schritt sollen phylogenetische Analysen durchgeführt
werden, die in einem zweiten Schritt mit Verbreitungsmuster,
basierend auf GIS Technologie, kombiniert werden. Dadurch
sollen besonders artenreiche Gebiete identifiziert werden.
Als letzter Schritt soll mit Hilfe von phylogenetischen Kontrastanalysen
festgestellt werden, ob Artbildungsmustern mit klimatischen,
geologischen und ökologischen Parametern korrelieren.
Die Ergebnisse bilden eine wichtige Basis für zukünftige
Naturschutzprojekte in Madagaskar.
Das Projekt ist integriert in eine weltweite Zusammenarbeit,
in der die Taxonomie, Systematik und Phylogenie des Subtribus
Bulbophyllinae und der Gattung Bulbophyllum untersucht wird.
Die erzielten Ergebnisse (Phylogenie, Verbreitungsdaten und
Naturschutz Strategien) stellen einen wichtigen Beitrag zur
Global Strategy for Plant Conservation (GSPC) und zur Convention
on Biodiversity (CBD) dar.
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